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Hdt Anlagenbau GmbH > Aktuelles > Nachrichten

"Freie Berater" Für Betriebe am unterem Ende der Stallklimaleiter.

Freie Berater oder sagen wir besser niederländische „Stallklimafachleute“.

Häufig treffen wir diese Berater in Betrieben am unteren Ende dieser Stallklimaleiter. Das Thema begleitet mich persönlich schon seit 30 Jahre und immer wieder werde ich zu Betrieben gerufen, in denen diese „Stallklima-Übermenschen“ zugeschlagen haben. Zugegeben, es sind nicht alle schlecht, aber die überwiegende Mehrzahl dieser „Berufskollegen“ scheinen Meinungen zu vertreten, die sich bereits an der Grenze der Zulässigkeit befinden oder diese bereits überschritten haben. Mit einer selbstherrlichen Arroganz treten Sie bei den Betrieben auf und planen ganze Lüftungssysteme neu. Angeblich wissen sie ja wie es geht!

Leider stellen wir auch immer häufiger fest, dass sie von einigen Veterinären zu den Betrieben geholt werden. Sie kommen dann als Jedi-Ritter für das Stallklima auf die Betriebe um gegen die bösen Stallklimafirmen vorzugehen und alles ins Lot zu bringen. Deutsche VDI oder DIN interessieren sie nicht, sie haben gegenüber den seriösen Stallklimafirmen aus Deutschland oder den Niederlanden ja einen klaren Vorteil, sie stehen gegenüber dem Landwirt und den Behörden nicht in der Gewährleistung und auch nicht in der Verantwortung. Sie waren ja nur beratend tätig, die Anlage haben sie nicht geliefert. Sie kassieren ihr Honorar (häufig ohne Rechnung) und die Sache hat sich für sie erledigt.

In Betrieben mit einem ordentlichen Stallklima sind diese Berater nicht zu finden. Sie kommen immer auf die Betriebe die Probleme in den Ställen haben. Sorry - aber leider muss ich es hier einmal sagen:
Häufig sind es Betriebe, bei denen der Sauen-, Ferkelaufzucht-, oder Mastplatz bloß nicht zu teuer sein durfte.
Tenor: Ein billiges Stallklimasystem und eine einfache Fütterung tut es auch. Und auf keinen Falle zuviel heizen, kostet schließlich Geld. Da bezahl ich doch lieber den freundlichen und scheinbar kompetenten Berater mit dem gelben Nummernschild.

Warum rege ich mich überhaupt darüber auf? Nach 30 Jahren sollte man gelassener sein - bin ich eigentlich auch - aber ein konkreter Fall vor einigen Wochen hat mich nun zu diesem Kommentar veranlasst. Vielleicht kann ich den einen oder anderen Betrieb vor großen wirtschaftlichen Schäden bewahren.

Konkret wurde ich im September von einem Futtermittellieferanten gebeten einen Kunden von Ihm zu besuchen und mir den neuen Stall einmal anzusehen. Ein vorhandener Stall mit 4 Abteilen war um weitere 6 Abteile erweitert worden. Im Zuge der Tierwohl-Aktion hatte der Landwirt gleichzeitig die Belegdichte um ca. 20% reduziert.

Neben Leistungsproblemen traten auch sehr viele Kannibalismusfälle auf.

Zusammen mit einem Veterinär hatte ein holländischer Berater die Anlage geplant und dem Landwirt so empfohlen. Eine seriöse Lüftungsfirma aus Westfalen bekam dann den Auftrag diese Planung in die Tat umzusetzen. Offensichtlich hat sich die Lüftungsfirma auf die Vorgaben vom Landwirt bzw. den beiden „Beratern“ eingelassen obwohl sie Bedenken hatten. Eine Gewährleistungspflicht wurde aber im Vorfeld ausgeschlossen.

Im Folgenden finden Sie einige Details der Anlage und meinen Bericht für den Kunden. Der Name wurde hier selbstverständlich geändert.

Erste großer Fehler: Futterganglüftung für 170 Tiere pro Abteil:

Zu den zu großen Abteilen, dem zweiten großen Planungsfehler, kam die zu geringe Aufstallungshöhe von nur 70cm hinzu, welche damit der dritten große Planungsfehler ist.

Das war übrigens eine besondere Empfehlung des "Beraters". Der Stalleinrichter hatte sogar eine richtige Aufstallung mit 1m hoher dichter Aufstallung geliefert, die wurde dann auf Empfehlung des "Beraters" noch vor dem Einbau umgetauscht. Für den Stalleinrichter war es klar, für den "Berater" offensichtlich nicht.

Vierter großer Fehler: Luft nicht angewärmt bei Futterganglüftung. Auf dieser Grafik können Sie erkennen warum es dann zu Problemen kommt:

Durch diese Differenzen bewegt sich das Klima im Stall sehr häufig weg von der sogenannten thermoneutralen Zone:

Fünfter großer Planungsfehler - Keine vernünftige Regelung der Zuluftmenge und Verteilung im Zentralgang:

Die Zuluftführung im Zentralgang wurde sehr unkontrolliert geplant und ausgeführt, die Sommerzuluft wird zu 50% manuell geregelt, bei der Winterführung aus dem Dachraum sorgen schwergängige Pendelklappen bei zu geringen Querschnitten für einen starken Unterdruck im Zentralgang. Das wiederum führt dazu das die weiteren 50% Sommerzuluft, die über eine Unterdruckdose geregelt werden bereits bei niedrigen Außentemperaturen geöffnet werden. Der Druck sinkt dann wieder, die Außenklappe geht wieder zu und das ganze beginnt von vorn. Ein heilloses Durcheinander.

Winterzuluft mittels Pendelklappen bei zu geringem Querschnitt:

Sechster großer Planungsfehler - Abluftklappen zu klein:

Zudem wurde als Besonderheit vom Berater empfohlen, die Absaugpunkte mittig in das Abteil zu legen und nicht wie üblich an der Tür. Das das ganze ca. 10.000,00€ teurer wurde hat der Landwirt entschieden das diese "physikalische Wunderlösung" nur in einem Abteil (hier im Bild) installiert wurde.

Und wenn wunderts, das Abteil läuft am schlechtesten von allen.

Siebter großer Planungsfehler eine Türkonstruktion, die im Winter unweigerlich dafür sorgt das kalte Luft auf die Tiere fällt (auch eine besondere Empfehlung des Kollegen mit dem gelben Kennzeichen):

Leider war das noch nicht alles, insgesamt 12 Fehlerpunkte konnte ich eindeutig auf diesem Betrieb ausmachen.

Ein entsprechendes Sanierungsangebot für das Stallklima liegt dem Landwirt mittlerweile von uns auch vor. Ich war etwa 5 Stunden auf diesem Betrieb, beim Abschlussgespräch sagt er mir noch das er alleine für die Türen fast 10.000,-€ bezahlt hätte. Die Luft wäre doch gar nicht so schlecht. Ich habe ihm dann anhand meiner Grafik von der Stallklimaleiter versucht zu erklären warum er das nicht wissen kann. Er ist gerade mal auf der zweiten Sprosse, darum weiß er nicht wie es oben ist. Dass Ihm jetzt ca. 35.000,-€ zusätzliche Kosten entstehen würden, um das Stallklima in Ordnung zu bringen, ist das, was wir sehr bedauerlich finden und uns trotz der vielen Berufsjahre immer noch wütend macht. Wenn er es gleich richtig gemacht hätte wären es ca. 20.000,00€ gewesen. Mit dem großen Vorteil, direkt von Beginn an gesunde Tiere, vernünftige Einnahmen und einen gut laufenden Stall zu besitzen.

Den ganzen Bericht können Sie sich hier als PDF ansehen.

Die Moral von der Geschichte, nicht immer sind gelbe Kennzeichen ein Garant für gutes Stallklima.

Verfasser mit seiner persönlichen Meinung: Heinrich Dönselmann-Theile

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Ihr hdt- und konzept.team

 

PS: Noch mal als Erinnerung die Stallklimaleiter:

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